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EU-DPP-Register: eIDAS-Verifizierung Schritt für Schritt – qualifizierte Signatur (2026)

Bevor Sie einen Produktpass registrieren können, müssen Sie zum verifizierten Wirtschaftsakteur werden – mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (eIDAS). Wir führen Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf, samt der echten Stolperfallen: Identitätsabgleich, serialNumber und PAdES.

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Um einen digitalen Produktpass im EU-Register zu registrieren, müssen Sie zunächst verifizierter Wirtschaftsakteur werden. Das ist der eine Schritt, den Ihr DPP-Dienstleister (auch Veridyn) NICHT für Sie erledigen kann – denn er ist an Ihre eigene Rechtsidentität gebunden. In diesem Leitfaden führen wir Sie genau so durch den Ablauf, wie wir ihn in der Testumgebung durchlaufen haben: eIDAS-Verifizierung mit qualifizierter Signatur, Stolperfallen inklusive.

Warum ist die Verifizierung nötig?

Nach der ESPR ((EU) 2024/1781) darf nur ein verifizierter Wirtschaftsakteur einen Produktpass registrieren und verwalten. Mit der Verifizierung stellt die Kommission fest, dass Sie tatsächlich die Person sind, die Sie zu sein angeben, und dass Sie berechtigt sind, den Wirtschaftsakteur zu vertreten. Den Nachweis führen Sie mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) oder einem qualifizierten elektronischen Siegel (QSiegel) – beides jeweils die höchste Stufe nach der eIDAS-Verordnung ((EU) 910/2014). Die Verifizierung gilt bis zu 3 Jahre.

Wer unterschreibt – und womit? (QES vs. QSiegel)

WirtschaftsakteurInstrumentBeispiel
Juristische Person (Unternehmen, Einrichtung)QSiegel – qualifiziertes elektronisches Siegeldas Unternehmenssiegel von einem qualifizierten Anbieter
Natürliche Person (Einzelunternehmer, Privatperson)QES – qualifizierte elektronische Signatureine nationale eID oder ein VDA-Zertifikat

Beide werden von einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter (VDA, engl. QTSP) ausgestellt. Als natürliche Person ist der einfachste Weg meist das eID-System Ihres Landes – in Ungarn zum Beispiel die kostenlose App DÁP (Digitale Staatsbürgerschaft).

Der Ablauf in 7 Schritten

  1. Erfassen Sie Ihre Organisation – Unternehmens- oder Personendaten, Identifikator, Kontakt. Hier wählen Sie zwischen juristischer und natürlicher Person.
  2. Geben Sie den gesetzlichen Vertreter an – Name und E-Mail-Adresse der Person, die die Erklärung unterzeichnen darf.
  3. Fordern Sie die von der Kommission gesiegelte PDF-Erklärung an – das System erzeugt ein PDF mit Ihren Daten und versieht es mit dem qualifizierten Siegel der Kommission.
  4. Laden Sie das gesiegelte PDF herunter.
  5. Signieren oder siegeln Sie es mit Ihrer eigenen QES bzw. Ihrem eigenen QSiegel, AUSSERHALB des Registers (nationale eID, VDA). Wichtig: Ändern Sie sonst nichts am PDF – fügen Sie ausschließlich Ihre Signatur hinzu. Jede andere Änderung macht das Siegel der Kommission ungültig.
  6. Laden Sie das signierte PDF hoch.
  7. Reichen Sie ein – das System prüft Integrität, Signatur, Zertifikat und Identitätsabgleich. Besteht es die Prüfung, sind Sie verifiziert und die Registrierung wird freigeschaltet.

Format: Die Signatur muss ein PAdES-Baseline-Profil verwenden (B, T, LT oder LTA) – andere Signaturcontainer werden nicht akzeptiert.

Woher bekommen Sie eine qualifizierte Signatur?

  • Über Ihr nationales eID-System – die meisten EU-Staaten bieten eine eIDAS-notifizierte eID, mit der sich eine qualifizierte Signatur erzeugen lässt, häufig kostenlos. In Ungarn ist das DÁP (Digitale Staatsbürgerschaft): Sie signieren das Dokument in der App, und es entsteht eine qualifizierte Signatur auf QSCD-Basis (ausgestellt von der staatlichen „DAP-CA"). Bei uns hat sie die Stufenprüfung auf Anhieb bestanden.
  • Nationaler eID-Ausweis – ist das Signaturzertifikat auf Ihrem Personalausweis aktiviert, liefert auch ein Kartenlesegerät eine qualifizierte Signatur.
  • Ein VDA – z. B. kommerzielle Anbieter, die qualifizierte Zertifikate ausstellen. Kostenpflichtig, aber verlässlich; Unternehmenssiegel (QSiegel) kommen ebenfalls von dort. Vertrauenswürdige Anbieter sind in der EU-Vertrauensliste aufgeführt.

Die häufigste Stolperfalle: der Identitätsabgleich

Hier scheitern die meisten – wir beim ersten Versuch ebenfalls. Das Register vergleicht die Daten in Ihrem Zertifikat mit den Angaben, die Sie im Formular gemacht haben, und weist Sie ab, wenn beides nicht übereinstimmt. Diese Angaben müssen exakt übereinstimmen (bei einer natürlichen Person):

Im FormularZertifikatsfeld „Subject"
Vorname (First Name)givenName
Nachname (Last Name)surname
Registrierungsland (Country of Registration)countryName
Identifikator (Identifier)serialNumber

Die große Falle: Das Feld Identifier ist NICHT Ihre Steuernummer – dort muss der Wert aus dem Zertifikatsfeld serialNumber stehen, also ein vom Aussteller vergebener Identifikator, der typischerweise NICHT mit Ihrer Steuernummer identisch ist. Genau daran ist unser erster Versuch gescheitert.

Wie lesen Sie ihn aus? Öffnen Sie das signierte PDF im Adobe Acrobat Reader → klicken Sie auf die Signatur → SignatureigenschaftenZertifikat des Unterzeichners anzeigen → Registerkarte DetailsSubject (Antragsteller). Dort finden Sie serialNumber, givenName und surname – übertragen Sie die Werte exakt in das Formular, erzeugen Sie anschließend eine NEUE Erklärung und signieren Sie erneut.

Bei einer juristischen Person gilt dieselbe Logik mit anderen Feldern: organizationName = Rechtsname, organizationIdentifier = Identifikator, countryName = Land.

Häufige Fehlermeldungen – und was sie bedeuten

  • „…signature does not match the information provided in the organisation details" → Die Signatur passt nicht zu den Angaben zur Organisation: Der Identitätsabgleich ist fehlgeschlagen. Gleichen Sie das Formular an das Zertifikat an (siehe oben).
  • „…does not meet the required QES/QSeal level" → Sie haben mit einer nicht qualifizierten Signatur unterzeichnet. Erforderlich ist eine echte QES (natürliche Person) bzw. ein echtes QSiegel (Unternehmen).
  • „…does not conform to the required PAdES Baseline format" → falsches Signaturwerkzeug oder falsche Einstellungen. Erforderlich ist PAdES B/T/LT/LTA.
  • „The Commission institutional seal is missing / the document was modified" → Sie haben ein anderes Dokument als das ursprüngliche gesiegelte PDF hochgeladen oder dieses verändert. Fügen Sie ausschließlich Ihre Signatur hinzu, sonst nichts.

Üben Sie zuerst in der Testumgebung

Bevor Sie es im Echtbetrieb tun, üben Sie in der Testumgebung: registry.acc.product-passport.ec.europa.eu. Erkennbar ist sie am „MOCK"-Hinweis oben links und an der Fußzeile „Environment: Acceptance". Sie benötigt ein eigenes EU Login, und was Sie hier tun, ist nicht produktiv – der Ablauf ist jedoch exakt derselbe, sodass es im Echtbetrieb keine Überraschungen gibt.

Wie hilft Veridyn?

Veridyn hostet Ihre Produktpässe und unterstützt, sobald die Batterieregistrierung startet, die Einreichung sowie die Speicherung des zurückgegebenen Registrierungsidentifikators (URI) und des Nachweises. Die eIDAS-Verifizierung bleibt jedoch Ihre Aufgabe: Rechtlich lässt sie sich nicht an den Dienstleister delegieren – planen Sie sie deshalb rechtzeitig ein (sie hat Vorlaufzeit). Weiterführend: Das EU-DPP-Register ist live, Batteriepass, Vorbereitungs-Checkliste.

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