HomeKnowledge base › Brand protection
Brand protection

Produktfälscher kosten die EU-Wirtschaft 83 Milliarden Euro pro Jahr — wie der digitale Produktpass zu Ihrem günstigsten Markenschutz wird

2024 haben die EU-Behörden 112 Millionen gefälschte Produkte im Wert von 3,8 Milliarden Euro beschlagnahmt. So wird der digitale Produktpass — eindeutige Kennungen, QR-Codes und Scan-Analytik — zu Ihrem günstigsten Markenschutz.

⏱️ 10 min read

2024 haben die Behörden im EU-Binnenmarkt und an den Außengrenzen 112 Millionen gefälschte Produkte beschlagnahmt, mit einem Einzelhandelswert von insgesamt 3,8 Milliarden Euro — ein Allzeitrekord. Und das ist nur das, was entdeckt wurde. Wenn Ihr Produkt etwas taugt, kopiert es mit ziemlicher Sicherheit bereits jemand — oder wird es bald tun. Die eigentliche Frage ist nicht, ob es Fälschungen Ihres Produkts gibt. Sie lautet, ob Ihre Kunden das Original erkennen können. Genau diese Fähigkeit gibt der digitale Produktpass (DPP) ihnen an die Hand — für so gut wie nichts.

Die Zahlen, über die kaum ein Hersteller spricht

Produktfälschung ist nicht nur ein Problem von Luxusuhren und Designerhandtaschen. Laut dem 2025 veröffentlichten gemeinsamen Bericht Mapping Global Trade in Fakes von OECD und EUIPO erreichte der weltweite Handel mit gefälschten und raubkopierten Waren auf Basis der Daten von 2021 467 Milliarden US-Dollar pro Jahr2,3 % der gesamten Weltimporte. Bei den Einfuhren in die EU ist das Bild noch schlechter: Schätzungsweise 4,7 % der EU-Importe — Waren im Wert von rund 117 Milliarden US-Dollar — sind Fälschungen.

Und was bedeutet das für die europäischen Hersteller? Nach der Reihe von Branchenstudien des EUIPO verursacht Produktfälschung in den betroffenen Branchen jedes Jahr rund 48 Milliarden Euro an direkten Umsatzverlusten — rechnet man die Folgewirkungen entlang der Lieferketten hinzu, erreicht der Gesamtschaden 83 Milliarden Euro und etwa 790.000 verlorene Arbeitsplätze pro Jahr. Allein in Bekleidung, Kosmetik und Spielzeug verschwinden jährlich 16 Milliarden Euro Umsatz und fast 200.000 Arbeitsplätze in den Taschen der Fälscher.

KennzahlWertQuelle
Welthandel mit Fälschungen467 Milliarden US-Dollar/Jahr (2,3 % der Weltimporte)OECD–EUIPO, 2025 (Daten von 2021)
Fälschungsanteil an den EU-Importen4,7 % — rund 117 Milliarden US-DollarOECD–EUIPO, 2025 (Daten von 2021)
In der EU beschlagnahmte Fälschungen (2024)112 Millionen Artikel im Wert von 3,8 Milliarden EuroEuropäische Kommission / EUIPO
Direkte Umsatzverluste der EU-Industrie~48 Milliarden Euro/Jahr (~83 Milliarden Euro mit Folgewirkungen)EUIPO-Branchenstudien
Verlorene Arbeitsplätze in der EU~790.000 (inklusive Folgewirkungen)EUIPO
Verluste in Bekleidung + Kosmetik + Spielzeug16 Milliarden Euro/Jahr, ~200.000 ArbeitsplätzeEUIPO, Daten 2018–2021

Zwei Details verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens ist die Zahl der beschlagnahmten Artikel 2024 sogar zurückgegangen — der Wert erreichte dennoch einen Rekord, das heißt, die Fälscher verlagern sich auf immer teurere, immer „glaubwürdigere“ Produkte. Zweitens entfallen nach den globalen Zahlen von OECD und EUIPO rund 65 % der Zollbeschlagnahmen auf Kleinsendungen und Postpakete: Fälschungen kommen nicht mehr containerweise — sie landen, eine Webshop-Bestellung nach der anderen, im Briefkasten Ihrer Kunden.

„Mein Produkt kopiert doch niemand“ — doch, auch Ihres

Auf KMU-Ebene zeigt sich Produktfälschung selten so, dass irgendwo eine Palette Plagiate mit Ihrem Logo beschlagnahmt wird. Sie nimmt weit heimtückischere Formen an:

  • Verlorene Kunden, von denen Sie nie erfahren. Jemand kauft auf einem Marktplatz eine billige Kopie Ihres Produkts — der Käufer glaubt, bei Ihnen gekauft zu haben, während Sie glauben, er habe sich schlicht für einen anderen Anbieter entschieden.
  • Reklamationen zu Produkten, die Sie nie hergestellt haben. Die Fälschung geht kaputt, verblasst oder löst eine allergische Reaktion aus — und der Kunde reklamiert bei Ihnen und hinterlässt Ihnen die Ein-Stern-Bewertung. Ihre Marke trägt die Qualitätsmängel der Kopie.
  • Markenerosion. Sobald sich Originale und Kopien im Markt vermischen, sind die Kunden früher oder später auch für das Original nicht mehr bereit, einen Aufpreis zu zahlen. Warum auch, wenn sie den Unterschied nicht erkennen können?
  • Graumarkt und Kanalchaos. Nicht autorisierte Wiederverkäufer und ungeprüfte Webshops verkaufen Ihr Produkt — oder eine Kopie davon — und ruinieren Ihre Preisgestaltung und Ihr Garantiesystem.
  • Rechts- und Compliance-Risiko. Wenn ein gefälschtes „Produkt von Ihnen“ einen Sicherheitsvorfall verursacht, liegt es an Ihnen zu beweisen, dass Sie es nicht hergestellt haben. Ohne Nachweise ist das ein langer und teurer Kampf.

Klassische Abwehrmittel — Anträge auf zollamtliches Tätigwerden, Gerichtsverfahren, Privatermittler — sind teuer, langsam und hinken dem Schaden immer hinterher. Nur wenige KMU haben das Budget dafür. Es gibt jedoch ein Werkzeug, das die EU ohnehin verpflichtend macht und das — als Nebeneffekt — zu Ihrem günstigsten Markenschutzsystem werden kann.

Perspektivwechsel: Der Produktpass ist eine Waffe, keine Last

Nach dem ESPR (dem Ökodesign-Rahmen der EU) muss ein immer breiteres Produktspektrum einen digitalen Produktpass tragen. Nach der parallelen Batterieverordnung ((EU) 2023/1542) wird der Batteriepass ab dem 18. Februar 2027 für EV-Batterien, Batterien für leichte Verkehrsmittel (LMT) und Industriebatterien über 2 kWh verpflichtend — die ESPR-Kategorien (Textilien und Bekleidung, Möbel, Matratzen, Reifen sowie Eisen & Stahl und Aluminium) folgen danach. Die meisten Hersteller erleben das als Compliance-Last: noch eine Datenbank, noch ein QR-Code, noch eine Verordnung.

Aus Sicht des Fälschungsschutzes ist der DPP jedoch ein Wendepunkt: Jedes Produkt erhält eine eindeutige Kennung (UID), und jedes einzelne Stück wird unabhängig überprüfbar. Hinter dem QR-Code liegt ein offizieller, vom Hersteller gepflegter Datensatz — Produktionsdaten, Zertifikate, Informationen auf Chargen- oder sogar Stückebene. Ein Fälscher kann die Verpackung kopieren, das Etikett, sogar die Grafik des QR-Codes. Was er nicht kopieren kann, sind die Daten dahinter — Daten, die Sie kontrollieren.

Von diesem Moment an ist die Echtheitsprüfung keine Expertenaufgabe mehr, sondern eine Drei-Sekunden-Geste mit dem Smartphone — die Ihre Kunden, Ihre Händler und der Zollbeamte gleichermaßen ausführen können. Deshalb ist der DPP keine Kostenposition, sondern ein Wettbewerbsvorteil.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Aus Sicht des Kunden ist der Ablauf denkbar einfach:

  1. Der Kunde (oder Händler oder Prüfer) scannt den QR-Code auf dem Produkt mit dem Smartphone — ganz ohne App.
  2. Der Browser öffnet den offiziellen Produktpass: Produktname, Hersteller, Chargen- oder Seriennummer, Zertifikate, Fotos.
  3. Er vergleicht das Gesehene mit dem Produkt in seiner Hand: Existiert überhaupt ein Pass zu dieser Kennung, und stimmen die Angaben überein? Führt der Code ins Leere oder passen Farbe, Größe oder Chargennummer nicht — dann ist es eine Fälschung.

Entscheidend ist die Tiefe der Identifikation. Der Standard GS1 Digital Link wurde genau dafür geschaffen: Dieselbe URL-Struktur trägt den Produkttyp (GTIN), die Fertigungscharge (lot) und die eindeutige Seriennummer (serial). Je tiefer die Identifikation, desto schwerer hat es der Fälscher:

IdentifikationsstufeWas das bedeutetSchutz vor Fälschung
Modellebene (GTIN)Ein QR-Code für alle identischen ProdukteGrundschutz: filtert erfundene Codes heraus, der Code selbst lässt sich jedoch massenhaft kopieren
Chargenebene (GTIN + lot)Ein eigener Pass je FertigungschargeStark: deckt Fälle wie „diese Charge existiert nicht / wurde nie dorthin geliefert“ auf
Stückebene (GTIN + serial)Jedes einzelne Stück hat seine eigene KennungAm stärksten: Ein kopierter Code fällt sofort als Anomalie auf

Auf Stückebene steht der Fälscher vor einem unlösbaren Dilemma. Druckt er eine erfundene Seriennummer, führt der Code ins Leere — sofort aufgeflogen. Kopiert er den Code eines echten Stücks tausendfach, erzeugt dieselbe Seriennummer eine unplausible Menge an Scans — ein Muster, das statistisch sofort ins Auge fällt.

Scan-Analytik als Frühwarnsystem

Hier kommt etwas ins Spiel, woran die meisten Hersteller gar nicht denken: Jeder QR-Scan ist ein Datenpunkt. Wann, wie oft und in welchem Muster wird Ihr Pass aufgerufen? Unter normalen Umständen folgt der Scan-Verkehr dem Rhythmus Ihres Absatzes. Weicht er davon ab, ist das ein Alarmsignal:

  • Dieselbe Seriennummer wird auffällig oft gescannt. Ein einzelnes Stück wird typischerweise nur wenige Male gescannt — erzeugt derselbe Code plötzlich einen Ausschlag oder einen stetigen Strom wiederholter Scans, deutet das auf einen geklonten Code hin.
  • Ein plötzlicher, unerklärlicher Scan-Ausschlag. Wenn Ihr Absatz nicht gewachsen ist, die Scans aber immer weiter ansteigen, verkauft vermutlich jemand anderes „Ihr Produkt“.
  • Abfragen auf nicht existierende Chargen- oder Seriennummern. Jemand probiert es mit erfundenen Kennungen — das bedeutet, dass bereits gefälschte Etiketten gedruckt werden.
  • Unverhältnismäßiger Verkehr auf einer einzelnen Charge. Wird der Pass einer Charge von 500 Stück zehntausendmal geöffnet, stimmt etwas nicht.

Das ist faktisch ein Fälschungsradar, das in Echtzeit meldet — ohne Zusatzkosten, denn die Pass-Infrastruktur bauen Sie ohnehin für die Compliance auf. Klassischer Markenschutz reagiert Jahre nach dem Schaden; die Scan-Analytik schlägt schon Wochen nach dem Markteintritt der Fälschungen an. Mit dieser Information können Sie gezielt handeln: Löschanträge bei Marktplätzen, ein Antrag auf zollamtliches Tätigwerden, Abmahnungen — nicht blind, sondern mit Daten in der Hand.

Was kann ein KMU heute tun? Schutz bis auf Stückebene, Schritt für Schritt

Für den Anfang brauchen Sie kein Fälschungsschutzsystem für Millionen Euro. Ein realistischer Weg für ein KMU:

  1. Machen Sie eine Bestandsaufnahme. Haben Sie einheitliche Produktkennungen (GTINs)? Können Sie die Fertigung auf Chargenebene nachverfolgen? Ein kostenloser DPP-Bereitschaftstest zeigt die Lücken in fünf Minuten.
  2. Legen Sie Ihre Produktpässe an — zunächst auf Modellebene, mit den Pflichtangaben und den vertrauensbildenden Daten (Hersteller, Zusammensetzung, Zertifikate, Fotos).
  3. Gehen Sie zur Chargen- und danach zur Stückebene über — bei Ihren kritischen Produkten. Bei QR-Codes im GS1-Digital-Link-Format ist das kein separates System, sondern nur eine tiefere Adressierung desselben Passes.
  4. Bringen Sie den QR-Code gut sichtbar auf dem Produkt oder der Verpackung an und weisen Sie Ihre Kunden darauf hin: „Scannen Sie ihn — überzeugen Sie sich, dass Sie das Original gekauft haben.“ Überprüfbarkeit schützt Sie nur, wenn die Käufer davon wissen.
  5. Beobachten Sie Ihre Scan-Daten wöchentlich oder monatlich: Trends, wiederholte Scans, auffällige Chargen. Anomalien sind Ihre Freunde — je früher Sie sie bemerken, desto günstiger lassen sie sich abstellen.
  6. Führen Sie manipulationssichere Aufzeichnungen. Eine versionierte, kryptografisch verkettete Versionshistorie des Passes dient in Streitfällen (Reklamationen, Behördenverfahren, Marktplatzkonflikte) als Nachweis dafür, was Sie wann veröffentlicht haben.

Welche Kategorien wann verpflichtend werden, zeigt unser Leitfaden zu den ESPR-Fristen mit dem vollständigen Zeitplan — aus Sicht des Markenschutzes lohnt es sich jedoch nicht, auf den Pflichttermin zu warten. Jeder Monat, in dem Ihre Produkte nicht überprüfbar sind, ist freies Feld für die Nachahmer.

Wie hilft Veridyn?

Wir haben die Veridyn-Plattform so gebaut, dass Sie neben der Compliance vom ersten Tag an auch die Markenschutz-Seite einschalten können:

  • Pässe mit eindeutiger Kennung, ohne Programmierung: Sie legen das Modell im Editor für Kategorieschemata an und leiten daraus mit einem Klick Chargen- und Stückpässe ab, indem Sie eine Chargen- oder Seriennummer eingeben — ganz ohne Entwickler.
  • QR + GS1 Digital Link: Sobald Sie einen GTIN angeben, erzeugen wir normkonforme QR-Codes, die für die Adressierung auf Chargen- und Seriennummernebene vorbereitet sind — mit jedem Smartphone scannbar, ohne App.
  • Dashboard für Scan-Analytik: bot-gefilterte Scan-Trends an einem Ort — ungewöhnliche Scan-Muster (plötzliche Ausschläge, wiederholte Scans, auffällige Chargen) fallen auf einen Blick auf.
  • Versionshistorie + Hash-Kette: Jede Änderung am Pass wandert in ein manipulationssicheres Protokoll — im Streitfall können Sie nachweisen, was Sie wann veröffentlicht haben.
  • Dokument-Upload: Zertifikate und Konformitätserklärungen direkt am Pass — etwas, das ein Fälscher nicht nachbilden kann.
  • Öffentliche Pässe in 24 EU-Sprachen: Ihre Kunden prüfen die Echtheit in ihrer eigenen Sprache, von Lissabon bis Helsinki.
  • REST-API + Webhooks: Leiten Sie Scan- und Passdaten in Ihre eigenen Systeme, auf Wunsch mit automatischen Benachrichtigungen.

Sehen Sie es in Aktion in unserer öffentlichen Live-Demo, oder prüfen Sie Ihre eigene Bereitschaft in fünf Minuten mit dem kostenlosen DPP-Bereitschaftstest. Und wenn Sie starten möchten: Mit dem kostenlosen Einstiegstarif legen Sie noch heute Ihren ersten überprüfbaren Produktpass an — bevor die Fälscher ihre eigene Version davon anlegen.

Create your first product passport

In minutes, with no coding — a standardised, multilingual passport and a printable QR code. Free to try.

Start for free →